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BIOGRAFIE, PRESSE ARTIKELN, BEWERTUNGEN

2012 
„In den Gemälden von Anna Napoli erfüllen die aus einem realistischen Kontext herausgelösten Bilder keine erzählende Funktion, sondern eröffnen wie aus dem Gedächtnis der Zeit emporgestiegene Ansichten den Horizont der Erinnerungen mit seinem ganzen emotionalen Inhalt."
So lautet die Beurteilung der Kunstkritiker Daniela Ponesti und Filippo Lotti über die Werke der Malerin Anna Napoli, die sie außerdem wie folgt beschreiben: „Die mal leuchtend und lebhaft, mal hell und zart gewählten Farben sind das von der Künstlerin gewählte Instrument, um dem Betrachter die üppige Gefühlswelt zu schenken, die der Rückschau in die Vergangenheit oder der Beobachtung der Natur entspringt.
Und während die Erinnerung an die Kindheit zärtliche Verbundenheit zu den Gesichtern und Orten widerspiegelt, die ihre kindlichen Spiele begleitet haben, setzt das Studium der Natur den ganzen kreativen Geist der Künstlerin frei und richtet ihn aus auf die Erarbeitung einer expressionistischen Sprache im Zeichen kraftvoller, plastischer Wesentlichkeit."
Geboren wurde Anna Napoli in Castel di Lucio, einem kleinen, antiken Dorf normannischen Ursprungs an den Hängen der Monti Nebrodi im Norden Siziliens, wo sie ihre frühe Kindheit verbrachte. Später führte sie das Studium fremder Sprachen und Kulturen nach Florenz, Mailand, Stamford (Lincolnshire) und Zürich. Gleichzeitig folgte sie ihrer Leidenschaft für künstlerische Ausdrucksformen, insbesondere für Zeichenkunst, für Pastell- und Acrylfarben und widmete sich mit Leib und Seele diversen Zeichnen- und Malkursen. 
In Bezug auf das Zeichnen war sie Schülerin der Bildhauerin Mary Ann Lucchetti. Ihre eigene künstlerische Tätigkeit begann in den 1990er Jahren. 
Im Laufe der Jahre nahm sie an nationalen und internationalen Malereiwettbewerben teil, bei denen sie mit mehreren Preisen und Würdigungen der Kritiker bedacht wurde. Ihre Arbeiten wurden im Rahmen einiger Sammel- und Einzelausstellungen präsentiert: Die jüngste Einzelausstellung (2011) wurde in Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung Florenz (Italien) in der Limonaia der Florentiner Villa Voegel ausgerichtet und von Herrn Dott. Gaetano Lenti betreut und in 2012 in Zusammenarbeit mit der Italienisches Kulturinstitut aus Bruxelles (Belgium).
Die heute in Montespertoli unweit von Florenz lebende Künstlerin ist wegen ihrer mit der Kenntnis fremder Sprachen und Kulturen verbundenen Tätigkeit ständig inner- aber auch außerhalb Europas unterwegs; gerade aufgrund dieses häufigen „Fernbleibens" erlebt sie durch ihre Kunst ihre Heimat und ihre Wurzeln. 
„Ihr künstlerisches ‚Projekt´ scheint sich völlig frei auf einem Spielplatz der Gefühle zu bewegen, denen eine mit Magie und Mysterium angefüllte Poetik meisterhafte Ausdruckskraft verleiht", so Alessandra Bruscagli über Anna Napoli.


ANNA NAPOLI ist in Castel di Lucio, einem alten normannischen Dorf auf Nebrodi (Sizilien) Italien geboren, wo sie auch ihre Kindheit verbrachte.
Sie studierte Sprachen und ausländische Kulturen in Florenz, Mailand Stamford Lincolnshire (GB) und Zürich (CH). Nach Beendigung ihres Studiums arbeitete sie in der Touristik-Branche, zur Zeit ist sie im Handel tätig wo sie signifikante toskanische und italienische Produkte im europäischem und außereuropäischem Raum vertritt. 
Gleichzeitig pflegt sie ihre Leidenschaft für die Kunst; ihre besondere Aufmerksamkeit gilt der Grafik, das Zeichnen, das trockene Pastell und Acryl. Sie besucht Kurse für Aktzeichnen und Malen. Teilnahme an Gemeinschaftsausstellungen und Organisation von nationalen und internationalen Ausstellungen.
Sie lebt und arbeitet in Montespertoli (bei Florenz).



2008 Kunst Kritik
Anlässlich der persönlichen Ausstellung "Die Jahreszeiten der Disteln" stellt Dott.Gaetano Lenti Anna Napoli vor.
„Je mehr ich sie (Disteln)ansah, desto intensiver musste ich sie ansehen", vertraute mir Anna Napoli an, erzählend von ihrer Begegnung mit den Disteln auf Sizilien, dem Land ihrer Kindheit.
Diese Bilder assoziieren die Sonne, den Sommer, Atmosphären von Farben der Disteln, abgestuft und oder hervorstechend. 
Dinge, welche die brennende Sonne in der Dichte des Nebels auflösen und verflüssigen. 
Von Schönheit beherrscht, um den Genuss zu verlängern, getragen von der Beobachtung der Vergänglichkeit - all dies verwandelt die Künstlerin in einer malerischen Sprache, gefühlt von starken Empfindungen. 
In diese fliesen andere Erinnerungen die wiederum neue Erfindungen ( Ideen) erzeugen. Der perlengraue Nebel der nordischen Länder dient als Hintergrund für die Disteln, welche die Künstlerin in ihrer sommerlichen Reiseroute durch verbrannte Erde gespeichert hat.
Und auf diese der Sonne ausgesetzten Erde Siziliens, zwischen Olivenbäumen - säkulare und humanistische Monumente - lässt sich Anna Napoli von den violetten Schöpfen inspirieren, diesen niedlichen, violetten, aus Krügen springenden Blüten und nehmen in ihrer künstlerischen Inspiration tausend andere Formen und Farben an. Ebenso übernimmt sie die Leichtigkeit aber auch die Grobheit der stechenden Blätter. Die Realität wird zu einem Instrument der Kunst und nicht die Kunst zu einem Instrument der Realität.
In den Bildern bleibt keine Unsicherheit, jedoch Suche zur Reifung eines Kunststils. In anderen hat sie ihren Stil gefunden - in der Leichtigkeit Farbtöne zu vereinen. 


2008 Wer ist Anna Napoli ?
Anlässlich der persönlichen Ausstellung "Die Jahreszeiten der Disteln"" stellt Prof. Antonio Satta Anna Napoli vor.
Ich kenne Anna Napoli seit über 30 Jahren, seit damals, als eine strahlende Tochter Siziliens mir neben einem teuren, langjährigen Freund erschien, der später ihr Ehemann werden sollte. Extrovertiert, mitteilsam, unterhaltsam, angenehm und faszinierend, zwei Rehaugen, manchmal süß und sanft, manchmal unruhig und forschend. So begann eine Freundschaft.
Es fällt mir schwer, zu sagen wer Anna ist: Unsere Treffen waren, mal abgesehen von der gemeinsam gemachten, vorübergehenden, beruflichen Erfahrung, kurz und selten; ich kann lediglich versuchen, eine präzise Eigenschaft zu beschreiben, die, wie ich glaube, die tiefsinnige Natur enthüllen kann.
Diese strahlende, junge Frau, die ihre ganze insulare Beharrlichkeit und Zielstrebigkeit einsetzte, um sich einen Beruf und eine originelle, jedoch zermürbende Tätigkeit aufzubauen, eine Tätigkeit, die sie rund um die Welt geführt hat, und andere Orte und Leute kennenlernen ließ, hatte bei jedem Treffen die Fähigkeit, mich aufs Neue zu verblüffen: Je mehr sie mir verwirklicht, ja, wenn man so will, „etabliert", „angekommen" vorkam, desto mehr schien sie mir gewillt zu sein, auf die "Suche" zu gehen, zu lesen, zu studieren, sich zu messen, zu analysieren ... als ob ein geheimer Impuls sie dazu trieb, sich wieder der Herausforderung zu stellen, als ob sie das, war mir eine komfortable Sicherheit erschien, als eine instabile, unsichere, ungewisse und provisorische Plattform empfand.
Lange Zeit haben wir unsere ausführlichen Unterhaltungen bei einem reichhaltigen Salat und einem Glas guten Rotwein geführt, ihr Drang immerfort zu analysieren und sich zu vergleichen, heraus aus dem natürlichen Bedürfnis Klärung herbeizuführen, zu verstehen, wegen der angeborenen Neigung in sich selbst und in die anderen zu sehen, Lebens-, Existenz- und Realitätsprobleme zu analysieren.
Das Studium der Mythologien, der Religionen, des Übersinnlichen, der Astrologie, die Kunst, der alternativen Medizin und der biologischen Ernährung, die Forschung, der Bedarf nach Meistern - einziges Mittel gegen das eigene Irren - die unerschöpfliche Bemühung neue Techniken zu erlernen und Kompetenz in neuen Sprachen zu erlangen, waren mehr als eine Modeerscheinung, mehr als eine vorübergehende Begeisterung: Sie waren die Widerspiegelung einer ununterbrochenen Suche und des Bedürfnisses nach einem neuen, erfüllenden, wirklicheren, intim reelleren Gleichgewicht. 
Auch in feindseligen und bitteren Momenten, wenn ich befürchtete sie würde sich ins Unangemessene verwickeln, wenn ich glaubte, sie ins Leere fallen zu sehen, stieg sie wieder empor, dann wenn man es am wenigsten erwartete, so als ob sie sich fallen gelassen hätte, um auf einem soliden Untergrund zu kommen und mit wiedergeborenen Kreativität zurückzuprallen. 
Ich frage mich immer wieder, wo sie ihre Vitalität hernimmt, wie sie es schafft diese multiplen Selbstdarstellungen zu kreieren. Nur eine Erklärung kommt mir in den Sinn: Ihre Vision von der Welt. 
Für Anna gibt es keine Fraktur, keinen Bruch zwischen der physischen Welt und der Existenz; ganz im Gegenteil, zwischen der natürlichen und der psychischen Realität existiert eine tiefe Verbindung. Es sind zwei Seiten der selben Medaille: eine ganzheitliche Welt, die uns unvermeidlich die Vergangenheit zurückgeben, die Gegenwart präsentieren und die Zukunft darstellen kann, und das Unterscheiden zwischen beseelt und unbeseelt unangebracht macht. Jede „Sache" birgt in sich das ganze Leben, ein Universum: Es ist das ganze Universum.
Seit geraumer Zeit hat sich Anna auf die Suche nach Spuren gemacht: Aus der Leidenschaft für die Malerei, die lange mit eigensinnigen Enthusiasmus gepflegt wurde, von den Linien, den Formen und auch von den vermeintlich unwichtigen Sachen, von den Farbtönen und den Farben sehe ich die Suche nach jenen Spuren durchschimmern, die das Objektive zum Subjektiven machen, die das physische ins psychische umformen.
Liebe Anna, du hast einen weiten Weg hinterlegt, aber wenn ich dich gut kenne, dann bist du noch nicht am Ende deiner Suche angekommen ...

2010 November - REZENSION anlässlich der Einzelausstellung „Orme e Visioni" von Dott. Gaetano Lenti - Kunst Kritik
Trotz der Anforderungen von Beruf und Familie, trotz enger freundschaftlicher Bande oder zeitraubender Hobbys und Leidenschaften, die den Alltag mit Terminen spicken, kann es an einem bestimmten Punkt des Lebens vorkommen, dass man das unstillbare Bedürfnis empfindet, den Blick zurück zu lenken oder, anders gesagt, dass man sich von der eigenen Vergangenheit wie unwiderstehlich angezogen fühlt.
Und diese Vergangenheit, sei es nun die Kindheit oder die frühe Jugend, ist angefüllt mit Bildern, Gefühlen, Erinnerungen.
Diese Bilder, Gefühle, Erinnerungen, Spuren, Hinterlassenschaften wühlen dich auf, verfolgen dich wie eine mantische Obsession, spornen dich an zu neuen geistigen Abenteuern und werden so zum Quell der Inspiration für neue kreative Wege.
Genau so ist es Anna Napoli ergangen.
Getrieben von Unruhe und Schwermut aber auch von Rastlosigkeit verspürt sie den Drang, in die Welt ihrer Kindheit zurückzukehren, um all´ das neu zu erleben und zu entdecken, was sie damals ausmachte. Dort liegen ihre Wurzeln, denen sie sich immer noch zugehörig fühlt.
So entstehen neue Bilder, entspringen neue Träume, geboren aus Leidenschaft und fordernden kreativen Emotionen.
Aus diesen Disteln, diesen knorrigen Olivenbäumen, diesen Landschaften, Gesichtern und Häusern, die diese Ausstellung bevölkern.
Bei ihrer Rückschau durchreist die Künstlerin jene vergangene Zeit, folgt Spuren, deutet Zeichen, lebt auf in jener Materie, die sich ihr in einer neuen künstlerischen Vorstellungswelt enthüllt.
„Durch die Arbeit mit Pastell konnte ich dem dargestellten Thema auf rasche, wendige, helle, frische Weise eine Ausdruckskraft verleihen, die eher auf den emotionalen Gehalt des Zeichens als auf die materielle Abbildung des Zeichens oder des Sujets bezogen ist. Dies gilt vor allem für die Anfangsphase und insbesondere für die Disteln und die sarazenischen Olivenbäume."
Später geht die Künstlerin zu Acrylfarben über, die es ihr ermöglichen, neue farbliche Transparenzen zu schaffen und die Stofflichkeit des Sujets durch mehrerer Pigmentschichten heranreifen zu lassen.
Dadurch erzielt sie eine lebhafte Wirkung, springt von geradezu wolkigen Pastellstrichen zu einer fast schon markanten Kennzeichnung des Sujets. Diese Vorgehensweise wählt Anna Napoli unter dem Einfluss des Linearitätsbedürfnisses einer bestimmten Landschaft oder eines Gegenstands, die sich ihr zwar lichterfüllt, aber auch fest, solide und überaus gehaltvoll darbieten.
Auf dieser künstlerischen Reise gewinnt Anna Napoli durch den jeweiligen Gegenstand die Seele einer Heimat zurück, von der sie sich seit ihrer frühen Jugend entfernt hatte.
Dieser Rückgewinn erfolgt im Rahmen eines holistischen Kulturverständnisses der Sinne begleitet durch literarische und intellektuelle Anreize.
Als Ergebnis wandelt sich die Prägung der kindlichen Erfahrungen in eine neue malerische Sprache, die unvermeidlich den kulturellen Mustern und Gefügen Rechnung trägt, die das Ich im Laufe der Jahre errichtet hat.
„Doch trotz dieses mit der Zeit erworbenen strukturellen Ballasts aus Mustern und Gefügen", so die Künstlerin, „waren bei der Rückkehr an die Stätten meiner Kindheit die Gefühle und Eindrücke so stark, dass ich mich unweigerlich gezwungen sah, ihnen Ausdruck zu verleihen".
So wird deutlich, wie die Begegnung der Wirklichkeit der sizilianischen Heimat mit diesen machtvollen Emotionen in der Vorstellungswelt der Künstlerin ein neues Erscheinungsbild der Dinge entstehen lässt, das sie bisher unbeschrittene Pfade der Malerei einschlagen lässt.
Dies sind die in dieser Ausstellung dargebotenen Werke, entstanden „aus einem Fenster, das unvermittelt den Blick auf eine Welt freigab, die ich bereits gekannt und doch nicht wirklich gesehen hatte".


2010 November - Rezension der Kunstkritikerin Daniela Pronestì anlässlich der Einzelausstellung „Orme e Visioni" Kunst Kritik
In den Gemälden von Anna Napoli ist die Welt ein Alphabet primärer Bilder, die die Zeit zerfallen lassen, um im Universum der Malerei das ganze Wesen ihrer Schönheit auszuleben.
Eine Rückschau, die die Erinnerungen vom Staub befreit, aber nicht unbedingt melancholische oder schmerzliche Züge annehmen muss, sondern ein Ausschnitt farbig unterlegten Lebens ist, der Nachhall einer Flut, die Klarheit in die Vergangenheit bringt und einen strahlenden Horizont, eine nun endlich heitere Aussicht zeigt.
So ist es vor allem die Farbe, der Anna Napoli die strukturelle Ausprägung der Figuren ebenso wie ihre Lichtgestaltung und Ausdruckskraft anvertraut.
Beim Pastell wird die Farbpalette durch leuchtende, lebhafte Töne ergänzt, die das dargestellte Thema in purer chromatischer Harmonie verklärend wandeln: Orangenblüten wie Sternengebilde und Liniengestalten, Olivenbäume wie vom Zahn der Zeit unauslöschlich gezeichnete Menschen.
In der Reihe der Acrylbilder zum Thema Mittelmeer wird die Farbpalette heller, die von Licht und Schatten gedämpften Farben definieren Oberflächen, konturieren Umrisse, betonen Volumen.
Der Farbauftrag wird zarter, die Nuancen gehen ineinander über, der Pinselstrich wird harmonisch und intensiv.
Auf diesen Gemälden erlangen die Männer die gleiche moralische Kraft der Felsen, während eine von Zeit und Mühsal gebeugte Frauenfigur dem Betrachter zu bedeuten scheint, wie wichtig es ist, im Leben an der eigenen Würde festzuhalten.
Auch die Landschaft ist eine intensive Präsenz, niemals banal oder untermalend: Die Ansichten des Meers oder die roten Kuppeln einer antiken Kathedrale erheben sich auf der Leinwand wie der Gegenwart geschenkte Traumgestalten, ohne auch nur einen Hauch ihrer gefühlsbetonten Wertigkeit einzubüßen.
Doch das Umfeld, in dem die Künstlerin sie aufleben lässt, ist nicht wirklich, messbar oder logisch, sondern intensiv, unbegrenzt und zeitlos.
In der Erinnerung verschwinden die Umrisse, verlieren sich die Einzelheiten, verwischen sich die Formen: Was bleibt ist das Wesen der Dinge, die Ursachen, die sie ausgelöst haben, die Augenblicke des Lebens, mit denen sie verwoben sind, die Momente reinen Glücks, die sie begleitet haben.

2010 Rezension der Kunstkritikerin Daniela Pronestì sowie von Filippo Lotti anlässlich der Einzelausstellung „Orme e Visioni"
In den Gemälden von Anna Napoli erfüllen die aus einem realistischen Kontext herausgelösten Bilder keine erzählende Funktion, sondern eröffnen wie aus dem Gedächtnis der Zeit emporgestiegene Ansichten den Horizont der Erinnerungen mit seinem ganzen emotionalen Inhalt.
Die mal leuchtend und lebhaft, mal hell und zart gewählten Farben sind das von der Künstlerin gewählte Instrument, um dem Betrachter die üppige Gefühlswelt zu schenken, die der Rückschau in die Vergangenheit oder der Beobachtung der Natur entspringt.
Und während die Erinnerung an die Kindheit zärtliche Verbundenheit zu den Gesichtern und Orten widerspiegelt, die ihre kindlichen Spiele begleitet haben, setzt das Studium der Natur den ganzen kreativen Geist der Künstlerin frei und richtet ihn aus auf die Erarbeitung einer expressionistischen Sprache im Zeichen kraftvoller, plastischer Wesentlichkeit.

2011 April - Rezension der Journalistin und Schriftstellerin Alessandra Bruscagli anlässlich der Einzelausstellung „Orme e Visioni" im Gran Caffé in Sesto Fiorentino (Florenz)
Im April zeigt das Gran Caffè mit „Orme e Visioni" eine weitere, wichtige Einzelausstellung der in Montespertoli lebenden und schaffenden Malerin Anna Napoli. Um ihre künstlerische Sprache besser zu verstehen, ist allerdings zu bedenken, dass sie ursprünglich aus Castel di Lucio stammt, einem antiken Dörfchen normannischen Ursprungs im Norden Siziliens, wo sie ihre frühe Kindheit verbrachte. Später folgten Jahre des Studiums in Florenz, Mailand, Zürich und England, während sie in Sachen Zeichenkunst Schülerin der Bildhauerin Mary Ann Lucchetti war. Doch in ihrem Inneren ist vor allem die Zeit auf Sizilien fest verankert - mit den wechselhaften Farben des Meers, der üppigen, fruchtbaren Natur, den im Herzen wohnenden baulichen Besonderheiten und jener mediterranen Atmosphäre, deren unverwechselbarer Duft fester Bestandteil der empfindsamen Künstlerseele ist. Anna Napoli konnte schlicht nicht anders, als alle jene in goldenen Kindheitstagen erlebten Gefühle, alle sie mit der Heimat verknüpfenden Emotionen mit Pinselstrichen nachzuleben. So entstanden herausragende Arbeiten voller evokativer Eindrücke als Ergebnis einer ebenso eingehenden wie ungewöhnlichen Forschung, die die Künstlerin faszinierend trübe Hintergründe und flüchtige Konturen schaffen ließ, aus denen das gewünschte Bild emporzusteigen erscheint, als handelte es sich um einen geheimnisvollen Schleier, der sich öffnet, um eine magische, märchenhafte Welt zu enthüllen, jene verzauberte Welt, die man nur als ganz junger Mensch entdecken kann. Nehmen wir zum Beispiel die Tür, die als Illustration dieses Artikels dient: Eine geschlossene Tür ist für gewöhnlich ein Symbol der Entfernung, der Loslösung, doch das trifft hier nicht zu. Als Betrachter möchten wir diese Tür vielmehr still und leise aufstoßen, womöglich ist auch ein leises Knirschen des Holzes zu hören, nicht unheilvoll, sondern einladend, denn wir können es kaum erwarten, durch die Tür zu den Wunder zu gelangen, die sich dahinter verbergen. 




2011 Juli-August - Rezension der Journalistin und Schriftstellerin Alessandra Bruscagli anlässlich der Einzelausstellung „Orme e Visioni" in der Bank Banca Credito Cooperativo di Cambiano in Montelupo Fiorentino (Florenz)
Am 9. Juli wird um 11 Uhr in der Kunstgalerie der Filiale in Montelupo Fiorentino der Banca di Credito Cooperativo di Cambiano die Einzelausstellung „Orme e Visioni" der Malerin Anna Napoli eröffnet. Bei dieser jüngsten Ausstellung präsentiert die Künstlerin acht perfekt ausgewählte, großformatige Werke - perfekt deshalb, weil sämtliche Gemälde in der Lage sind, nicht nur bestens die malerische Sprache von Anna Napoli zu sprechen, sondern auch ihr künstlerisches ‚Projekt´ zu schildern, das sich völlig frei auf einem Spielplatz der Gefühle zu bewegen scheint, denen eine mit Magie und Mysterium angefüllte Poetik meisterhafte Ausdruckskraft verleiht. Ein klares Beispiel hierfür ist das Werk „Cupole rosse", das eine Märchenlandschaft zu sein scheint, geradewegs der Erinnerung einer „Kind-Künstlerin" entsprungen, die sich die Fähigkeit zu verblüfftem, bewunderndem Staunen bewahren konnte. Wie eng die Beziehung zwischen Anna Napoli und ihrer urwüchsigen Heimat ist, zeigen die von den Zeichen der Zeit ebenso wie vom Leid des Lebens verwundeten Baumstämme, aber auch die lebendige Harmonie der Blumen in den Werken „Anatomia celeste", „Essenze arancio" und „Mattino d´estate", die große innerliche Empfindsamkeit und unendliche Liebe verraten, einen kostbaren Funken, der alle Lichter des Herzens erhellt, mit Farben, die den unermesslichen Wert der uns eigenen ursprünglichen Elemente aufzeigen. Die Ausstellung „Orme e Visioni" bleibt den ganzen Juli hindurch geöffnet und kann während der Öffnungszeiten der Bankfiliale besichtigt werden.

Der sizilianischen Künstlerin ANNA NAPOLI ist die vom italienischen Kulturinstitut Brüssel ausgerichtete Einzelausstellung „ATMOSFERE MEDITERRANEE - Mediterrane Atmosphären" gewidmet. Die Werke der Malerin sind vom 7. bis zum 29. Februar 2012 in der Rue de Livourne 38, 1000 Bruxelles, zu sehen.

ATMOSFERE MEDITERRANEE - Mediterrane Atmosphären
von Alessandra Bruscagli
Für Anna Napoli stellen die Merkmale, Eigenheiten, Düfte und Farben ihrer frühen Heimat gepaart mit dem Klang dialektaler Wörter und der simplen Geräuschkulisse des Alltags kein äußerliches Dekor dar, sondern haben sich, wie es bei den meisten Menschen der Fall ist, zu einem Fachwerk, einem Stützgitter, einer Rüstung des Geistes und der Sinne verdichtet, in die sich alle späteren Eindrücke und Empfindungen einfügen. Wenn sich das Heimatdorf nun im antiken Paradies der Hirsche an den Hängen der Monti Nebrodi auf Sizilien befindet und die Person, um die es geht, eine feinfühlige, leidenschaftliche Malerin wie Anna Napoli ist, dann liegt auf der Hand, woher ihre phantastische Vorstellungswelt jenen kraftvollen emotionalen Gehalt bezieht, der sich in der Originalität ihrer Bilder offenbart.
Ein mannigfaltiges Innenleben, eng verknüpft mit den Erfahrungen der frühen Kindheit im feurigen Sizilien, lässt in der Frau positive intime Emotionen entstehen, die von der in ihr lebenden Künstlerin in Gemälden „zum Leben erweckt" werden; eine gelungene Aufarbeitung der Vergangenheit durch eine ausdrucksstarke Bildersprache, die ganz ohne Angstakzente oder Anspielungen, ohne erstarrte oder melancholische Anwandlungen auskommt. Eine emotionale Sprache mit einer deutlich spürbaren Vorliebe für einen diskreten, heiteren, fröhlichen Expressionismus, der sich in Pinselstrichen mit eindringlichem, wirksamem Farbenspiel enthüllt und entfaltet, um die Bilder mit einem Mantel aus Magie und Mysterium zu umweben; so entsteht eine Welt, die imaginär ist, aber auch fest verwurzelt in der Beschwörung uralter Erinnerungen an verzauberte Orte, wo eine atemberaubende Atmosphäre von fernen, geheimen Brisen flüstert, die sich in der Seele eines kleinen Mädchens verankert haben.
Ein erster Besuch von „Mediterrane Atmosphären", ein erster Blick auf die ausgestellten Werke genügt, um inmitten einer vor spirituellem Überfluss gleichsam vibrierenden Stille ein nie dagewesenes, echtes Abenteuer der Kunst zu erleben: Bei der Betrachtung des Gemäldes „Case sul mare" (Häuser am Meer) sollten wir uns zum Beispiel vom überwältigenden Blau der Wellen betören lassen, die die Häuser in einer vollkommenen, ausschließlichen Umarmung umfassen, einer Umarmung, die uns nicht erkennen lässt, wo das Meer endet und die antiken Gemäuer mit ihren vielen Fenstern beginnen, aus denen helle Gardinen herabhängen als wären sie zahllose Tücher, in deren Falten sich womöglich die Alltagswelt ihrer Bewohner verbirgt, die Mühsal, die Freude, die Angst des Lebens in Symbiose mit der Unendlichkeit des Meeres. Setzen wir unsere Reise durch die Bilderwelt von Anna Napoli fort und bewundern als nächstes „La barca" (Das Boot) und „La porta" (Die Tür). Jeder weiß, dass eine geschlossene Tür ein Zeichen der Distanz, der Ferne ist - nicht so in diesem Fall: Wer diese Tür erblickt, hat den Eindruck, als sei dieser von Farben und Kratzern durchsetzte Eingang ein magisches Portal, das uns nicht ausschließt, sondern vielmehr aufzufordern scheint, einzutreten und zu entdecken, was sich dahinter verbirgt - eine Prinzessin, ein verzaubertes Pferd, eine kostbare Schatztruhe?
Jeder Betrachter wird etwas Anderes vorfinden, aber es wird in jedem Fall etwas Schönes sein. Eine faszinierende Geschichte, schließlich würden wir alle die Tür ganz behutsam aufschieben, auf ein leises Knirschen des Holzes gefasst, aber ganz ohne Furcht, sondern voller Vorfreude, denn darin liegt das „Versprechen" der Künstlerin mit ihrer von harmonischer, unverfälschter Energie durchdrungenen Malerei. Ähnlich auch das verlassene Boot mit seinem Ruder und einem über den Rand hängenden Tuch. Normalerweise vermittelt ein Boot ohne Menschen, ohne Landschaft im Hintergrund eine tiefgreifende Einsamkeit, aber dieses hier nicht. Es sieht freundlich und einladend aus, fast als scheint es zu sagen: - Komm, steig´ ein! Das Ruder ist da, worauf wartest Du noch? Lass´ uns über dieses rosa-violett getönte Meer gleiten, wo das Licht der Sonne die Wellen küsst -. Das Werk „La masseria assolata" (Bauernhof in der Sonne) erzählt dagegen vom Leben auf dem Land, wo die Gelbtöne an die Farbe reifen Getreides erinnern und die rötlichen Dächer von der Hoffnung künden, die die schöne Jahreszeit in den Bauern und Feldarbeitern weckt; sie alle hoffen auf eine gute Ernte oder auf den glimpflichen Ausgang des drohenden Unwetters.
Oder auch „Cupole rosse a Palermo" (Rote Kuppeln in Palermo) mit einem Ausblick auf Straßen, Kirchtürme und Landschaften, der uns zeigt, dass Anna Napoli sich nicht vor einen Ort stellt, um diesen zu porträtieren, sondern um direkt in sein Inneres vorzustoßen und es zu durchdringen, um seine Sonnen- und seine Schattenseiten zu entdecken und uns mit einer Spontaneität darzubieten, die Erstaunen und Wunder verrät, ohne den Fluss der Zeit zu verspüren, fast als handelte es sich um eine mögliche Ewigkeit, die sich eine endlose Existenz erträumt, eine Welt ohne Traurigkeit, ohne Ungewissheit, voller Kleinigkeiten und Phantasie, eine saubere Welt ohne negative Strömungen, beängstigende Symbolik oder furchterregende Zweifel, eine Welt, die zwar wohl utopisch ist, aber doch die Seele tröstet.
So viel gäbe es noch zu sagen über die in dieser Einzelausstellung gezeigten Werke, doch dafür ist an dieser Stelle nicht genügend Platz. Allerdings kann diese Besprechung nicht enden, ohne die Darstellung der Menschen aus Sizilien zu erwähnen: Die Bilder „I giocatori di carte al porto" (Kartenspieler am Hafen), „Nebrodi 1 - 2 - 3" und „Donna con noci" (Frau mit Walnüssen) zeigen ältere Menschen, Personen, die an jahrelange mühselige, kräftezehrende Arbeit gewöhnt sind. Und doch verströmen sie keine Resignation, sondern eine ruhige Akzeptanz, die sie vielleicht aus dem engen Zusammenleben mit der Natur erlernt haben. Denn die Natur ist eine wichtige, allzu oft unbeachtete Lehrmeisterin, die den Menschen eine Hingabe vermittelt, die Gefühle keineswegs auslöscht, sondern vielmehr hegt und pflegt - durch die langmütige Wärme eines Blicks, einer Geste, einer Entscheidung der Seele. 
Mit den Umrissen zweier eleganter Sonnenschirme, die farbenprächtig und kerzengerade dicht nebeneinander direkt am Ufer stehen, als wollten sie Wind und Wetter ebenso herausfordern wie die Gewalt mächtiger Wellen ist das Bild „Ombrelloni rosso e verde" (Roter und grüner Sonnenschirm) eine klare Metapher des Lebens zu zweit, des menschlichen Lebens, des Zusammenlebens und damit auch ein Hinweis darauf, wie man sich dem Leben stellen sollte: mutig und vereint, allen Widrigkeiten zum Trotz.
„Mediterrane Atmosphären" ist eine bedeutende Ausstellung, die in der kreativen Entwicklung von Anna Napoli und in der italienischen Künstlerszene einen wichtigen Meilenstein markiert und zudem an einem so prestigeträchtigen Ort wie dem Italienischen Kulturinstitut in Brüssel ausgerichtet wird. Ein Ereignis, das bleibende Spuren hinterlässt, voller An- und Aussichten, die einen nicht immer erfreulichen Alltag begleiten und erhellen, denn diese den Tiefen der Seele entsprungenen Bilder können den Ansporn, den festen Willen entstehen lassen, unseren eigenen Mikrokosmos und den unserer Mitmenschen zum Besseren zu verändern. Die Kunst hat die wichtige Aufgabe zu kommunizieren, Botschaften zu übermitteln; die Werke von Anna Napoli raten uns daher folgendes: „Blicke hinter verschlossene Türen, hinter den täuschenden Schein, suche an verborgenen Stellen und du wirst unverhoffte Bilder, neue, noch zu schreibende Geschichten finden." Und wir alle wissen nur zu gut, wie dringend unsere Gesellschaft bestimmte Anreize und gewisse, manchmal unbewusste aber nichtsdestotrotz wichtige und notwendige Hinweise benötigt.

 

 

 

 

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